Schimmelbefall

Mietminderung Schimmel: Was Gibt Es Zu Beachten?

Gibt es Mietminderung für Schimmel, der sich in der angemieteten Wohnung an den Wänden ausbreitet? Falls Sie in ihrer Mietwohnung im Wohnzimmer dunkle Flecken an den Wänden entdecken oder wenn sich im Badezimmer erkennbar Schimmel gebildet hat, stellt sich die Frage nach einer Mietminderung. Schimmel ist ein Mangel in der von Ihnen angemieteten Wohnung, gegen den Sie mietrechtlich vorgehen können.

Zu Schimmelbefall in Wohnräumen gibt es mindestens zwei Aspekte zu beachten:

Erstens, Schimmelpilz in Wohnräumen ist ein gefährlicher Krankmacher, der Atembeschwerden oder Asthma verursachen kann und darüber hinaus dem Magen-Darm-Trakt und im schlimmsten Fall dem Nervensystem schaden kann.

Und zweitens: Es ist nicht nachvollziehbar, warum man den vollen Mietpreis für eine schimmelige Wohnung bezahlen sollte. Daher haben Sie Anspruch auf eine Mietminderung bei Schimmelbefall, der jedoch nicht von Ihnen selbst verursacht sein darf. Diesen Nachweis zu führen kann manchmal ein wenig problematisch sein, besonders wenn man schon eingezogen ist.

Ihr Vermieter ist gesetzlich dazu verpflichtet, die ihnen überlassene Wohnung gebrauchsfrei und makellos zu übergeben und sie auch in diesem Zustand zu erhalten. Wenn Mängel wie feuchte Wände und Schimmelbildung auftreten, sind diese zunächst einmal grundsätzlich von Ihrem Vermieter zu beheben.

Für den Zeitraum, in dem der Schimmelbefall noch nicht beseitigt und Ihre Wohnqualität mitunter erheblich beeinträchtigt ist, können Sie eine Mietminderung für Schimmel geltend machen.

Mietminderung wegen Schimmel an der WandAusgeschlossen ist die Durchführung einer Mietminderung, wenn der Mieter schon vor seinem Einzug über den Zustand der Wohnung bzw. über Schimmel in der Wohnung in Kenntnis gesetzt wurde oder wenn er die Verbreitung des Schimmels selbst verursacht hat. Allgemein gilt jedoch: Ist die Mietsache mangelhaft und der Mieter trägt daran keine Schuld, dann hat er das Recht, seine Miete zu kürzen.

Mietminderung Schimmel – Was sagen die Gerichte

Es gibt bereits unzählige Gerichtsurteile, die sich mit dem Thema Mietminderung Schimmel befassen. Eine klare Regelung oder Garantie dafür, dass eine Geltendmachung des Anspruchs auf Mietminderung auch Erfolg haben wird, gibt es nicht.

Die Urteile variieren zwischen einer zugebilligten Mietminderung in Höhe von nur zwei Prozent über 93 Prozent bis hin zu einer fristlosen Kündigung, da der Zustand des Mietobjekts als unbewohnbar eingestuft wurde.

Bevor Sie jedoch ernsthaft eine Mietminderung fordern bzw. selbst einen Teil der Miete einbehalten, sollten Sie prüfen, ob Sie alle Vorkehrungen getroffen haben, um Schimmelbildung zu vermeiden. Wenn Sie Ihren Pflichten wie etwa dem regelmäßigen Lüften und Heizen nicht nachgekommen sind, hat die Forderung nach Mietminderung nur wenig Chancen auf Erfolg.

Wenn sich die Durchsetzung einer Mietminderung wegen Schimmel schwierig oder langwierig gestaltet, darf man auf keinen Fall ausser Acht lassen, dass Schimmel extrem gefährlich für die Gesundheit werden kann.

Daher sollte man, um Allergien und andere schwer zu diagnostizierende Krankheiten zu vermeiden, auf jeden Fall versuchen, den Schimmel schnell zu entfernen oder auch entfernen zu lassen, da die Gesundheit in jedem Fall wichtiger ist als ein paar Euro Mietminderung.

Auf jeden Fall muss die Ursache für den Schimmelpilz schnell gefunden und beseitigt werden. Die Klage oder der Wunsch nach Mietminderung Schimmel wird dann allerdings schwer durchzusetzen sein.


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